Und ich bin wieder hier. Hier an meiner alten Arbeitsstätte. Voller Enthusiasmus und Energie – die ich nach 4 Wochen auch schon wieder gut brauchen kann. Hier an der Krankenhausschule ist alles wie immer und nichts, wie es war.

Als ein Schüler heute zu mir sagte: „Ich bin hier, weil ich möchte, dass es mir wieder gut geht und ich wieder alles machen kann, was Menschen in meinem Alter machen. Diese Ängste müssen weg. Ich will wieder an meine alte Schule zurück gehen können und meine Freunde sehen.“ Da dachte ich: „Ich bin dabei, ich gebe mein Bestes für Dich.“

Als ich im Sommer 2014 ins Sabbatjahr und zwischendurch für 3 Jahre in Elternzeit ging, war ich als Lehrerin auf der Intensivstation der Kinder- und Jugendpsychiatrie eingesetzt. Sechseinhalb Jahre tagein und tagaus beschulte ich Kinder und Jugendliche, die am schlimmsten Punkt ihres Lebens angekommen sind. Und ganz dringend Hilfe brauchen. Jeden Tag bin ich gerne dorthin gegangen. Hinter die verschlossenen Türen, alles genau getaktet und mit Regeln geregelt. Das war eine gute Zeit. Das war auch eine schwierige Zeit. Berichtet habe ich darüber ja hier auf meinem Blog und das tat mir sehr gut.

So will ich Jahre später also wieder dort ansetzen und mir die Seele rein schreiben. Auch wenn ich zurzeit nicht auf der geschützten Station arbeite sondern im offenen Bereich als „Springerin“ eingesetzt bin. Das heisst, ich übernehme Klassen von Teilzeitkolleginnen, springe ein, wenn eine Kollegin ausfällt und helfe dort, wo ich gut gebraucht werden kann.

Dabei lerne ich wieder sehr viel und vor allem sehr viele Schülerinnen und Schüler kennen. Alle kommen aus einem anderen Grund hier in die Psychiatrie und demnach in die Krankenhausschule. Es ist so ein spannendes Arbeitsfeld, dass ich mich immer wieder freue, die Entscheidung getroffen habe, nach der Elternzeit wieder hier zurück zu kehren.

Was ich sagen wollte: ab jetzt gibt es hier wieder Berichte und Geschichte aus meinem Arbeitsalltag als Lehrerin in dieser besonderen Schulform.

Und ich freue mich drauf.