Um einen Unterricht mit Kindern und Jugendlichen möglich zu machen, bedarf es einer Atmosphäre, in der sich alle möglichst wohl fühlen. 

Dazu muss jeder seinen kleinen oder großen Teil beitragen. Lehrerin und Lehrer, Schülerinnen und Schüler. Das sollte auch transparent gemacht werden. Eckpunkte benennen, in der sich die Lehrerin wohl fühlt und Eckpunkte benennen, in denen sich die Schülerinnen und Schüler wohl fühlen. So fährt man weitestgehend gut durch den Schultag.

Zum Thema Kleidung in der Schule habe ich für mich in den letzten Jahren erarbeitet: ich erwarte nicht, dass sich Schülerinnen und Schüler einen rostigen Nagel in den großen Zeh rammen, um an meinem Unterricht teilzunehmen zu dürfen. Ich erwarte, dass sie und ich – also wir- so gekleidet sind, dass sich niemand provoziert, minderwertig oder ausgeschlossen fühlt. 

Socken in Badelatschen, schlabberige Jogginghosen, freigelegte Brüste, Bauch und Po, Schlafanzüge, Taucheranzüge und Hasenkostüme tragen nicht zum Wohlbefinden aller während des Unterrichts bei. Das alles darf und soll getragen werden, wenn es die Freizeit ermöglicht. Schule ist eine Institution und auch hier werden Erwartungen an die gesellschaftlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestellt, so dass der Unterricht möglichst reibungslos ablaufen kann. 

Es ist eine große Aufgabe, dies zu vermitteln, ohne den Anschein zu erwecken, man wolle Persönlichkeitsrechte einschränken. Anerkennung und Wertschätzung kann trotz dieser Erwartungshaltung an Kleidungsverhalten sehr gut funktionieren, in dem man offen miteinander redet und deutlich macht, dass man, auch wenn es ungeliebte Kleiderregeln gibt, Freude an der Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern hat. 

Wirklich, das funktioniert! Junge Menschen sind tatsächlich sehr kooperativ, wenn sie merken, dass man sie ernst nimmt. Dann nehmen sie die Bitte auf nicht freigelegte Pobacken nicht als Einschränkung der Persönlichkeitsrechte wahr, sondern sehen darin ihren wichtigen Beitrag, ein gemeinsames Miteinander möglich zu machen. Trauen wir ihnen mehr zu und nehmen sie mit in die Verantwortung, aktiv für einen gelungenen Schulalltag einzutreten!

Das funktioniert!

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