Und wenn Gutes passiert, dann soll man das erzählen. Unter die Leute bringen und weiter sagen. Denn das Gute wird bekanntlich mehr, wenn man es teilt. Rund um den Jahresbeginn und auch bis heute dominieren Nachrichten, die verschieden in den Köpfen ankommen, verschieden ausgelegt und auf die verschieden reagiert wird. Ob es uns passt oder nicht. Dieses Jahr haben wir noch viel vor uns. Und dafür können wir ein Polster guter Taten und Aktionen nur allzu gut gebrauchen.

Drum sei an dieser Stelle unsere Weihnachtsgeschenkeaktion „43 Gedankenkisten“ aus dem letzten Jahr noch einmal aufgegriffen. Wir suchten dafür wieder Menschen, die einer fremden, jungen Person an Weihnachten in Form einer Gedankenkiste eine Freude machen. Die Kisten beinhalten Geschenke und Aufmerksamkeiten und gute Gedanken für Kinder und Jugendliche. Diese jungen Menschen leben in einer Einrichtung aus verschiedenen Gründen und ohne ihre Eltern. Sie kommen aus Deutschland und aus Ecken der Welt, von denen es zu flüchten besser erscheint. Diese jungen Menschen umfassen die Altersspanne von 1,5 Jahren bis hin zu 20 Jahren. Alle diese tollen Leute, die ohne eigenes Verschulden in ihre Situation gerieten, wären am vergangenen Weihnachten leer ausgegangen. Sie hätten eine Weihnachtsfeier gehabt, die ihnen verdeutlicht, dass sie allein sind und ohne gute Gedanken versehen.

Zum grossen Glück meldeten sich für unsere Aktion so viele Menschen, dass Madame Datam und ich überwältigt waren von Beginn an. Es meldeten sich viele aus dem vorvergangenen Jahr aber auch eine Menge neuer Leute, die auch den Mut hatten, für einen fremden Menschen anonym ein Geschenk auszusuchen und es als Paket zu verschicken. Die Zusammenarbeit mit allen lief hervorragend: wir waren gerührt von den Worten, die an uns Organisatorinnen gerichtet wurden. Wir staunten über die bunten Pakete mit liebevollen Verzierungen und die grossartigen Geschenkideen, die darin enthalten waren. Und wir konnten tatsächlich alle 47 Gedankenkisten in der Einrichtung bei 2 Betreuerinnen abgeben. Deren Freude war so gross – sie bedankten sich immer wieder und erzählten, wie sehr sich die Kinder und Jugendlichen darüber freuen würden. So viele von ihnen wären von Zuhause weg, weil sie dort alles andere erwarte als Liebe und Aufmerksamkeit. Ein Mädchen freute sich zum Beispiel, dass ihre Mutter anrief, um zu fragen, ob sie an Weihnachten für 2 Stunden nach Hause kommen würde. Das Mädchen könne dann ja auf den Hund aufpassen, da sie selber eine Verabredung hätte.

Vor kurzem traf Madame Datam dann eine Mitarbeiterin der Einrichtung wieder und durfte erfahren, welch grosses Hurra Eure Gedankenkisten in den jungen Leuten auslösten. Zum Beispiel enthielten 2 Kisten jeweils ein Hufeisen der Pferde der Schenker – ein Volltreffer für die beiden strammen Teenager-Jungs, da in ihrer Heimat Iran das Hufeisen ebenfalls ein Zeichen des Glücks und der Hoffnung ist.

Ein anderer Jugendlicher bekam einen 1.FC-Köln-Schal geschenkt. Seitdem trägt er ihn. Und immer, wenn der Einrichtungsleiter (ein eingefleischter Bayer Leverkusen-Fan)  ihm begegnet, reisst der Junge den Schal hoch und jubelt laut.

Auch die Wörterbücher für die Flüchtlingskinder sind seit Weihnachten stark in Gebrauch und erleichtern das tägliche Miteinander ungemein.

Für einen Flüchtlingsjungen, der besonders gerne singt, waren Kopfhörer das Beste, was ihm an Weihnachten passieren konnte.

Die Gedankenkisten wurden zusammen mit den BetreuerInnen ausgepackt und hatten dadurch eine schöne, feierliche Atmosphäre. Das hätten Plätzchen und Musik alleine nicht hinbekommen. Wir möchten die Worte der Betreuerin, die sich ausdrücklichst bei allen bedanken möchte, an Euch weiter geben: „Die Aktion war ein voller Erfolg. Vielen Jugendlichen war klar, dass das ihr einziges Geschenk zu Weihnachten ist.“

Aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie, in der ich als Lehrerin arbeite, wenn ich nicht in Elternzeit bin, erreichte uns folgende Geschichte: bei Aufnahme eines jungen Mädchens aus der Einrichtung, das ohne seine Eltern aus ihrem Land fliehen musste, hatte sie alles Hab und Gut bei sich. Darunter war auch die liebevoll gestaltete Gedankenkiste, die sie nun bei ihrem Aufenthalt in der Psychiatrie begleitet.

Wir danken von Herzen allen Schenkerinnen und Schenkern, die sich Gedanken machten und diese auf die Reise schickten. Wir wissen, wie schwierig es ist, einem unbekannten Menschen ein Geschenk zu machen und dafür auch kein reales „Dankeschön“ zu bekommen. Wir wünschen Euch allen, dass ihr trotzdem spüren konntet, dass sich 47 junge Menschen an Weihnachten sehr freuen konnten, weil sie bedacht wurden. Weil sich um sie gute Gedanken gemacht wurden. Ihr seid toll!

Wir bedanken uns bei

@tschffler, @the_ketura, @sneetwitchen, @jutime, Britta Bartenbach, Sonja, Denise Pölchen @da_niesl, @wondergirl, Jörg Braun @bjoerngrau, Florian Blaschke @trotzdendorff, @un_ruheakt, Peter Breuer, Britta und Sebastian, Kathi, Nilz Bokelberg @nilzenburger, Karin, @mupfelia, Beate Kopp,Tobias Kuberski und Sina Thierack, @joriste, Daniela Starck-Dessau @loewchen, SIE und @schreyeisen, @ghostdog, Jennifer Kopf, Christoph, Siegfried Bogdanksi und Ida Bogdanski, Nina Windisch @ninawindisch, Carmen Meyer, @vonhorst, Pia Ziefle @piaziefle und noch bei vielen anderen, auch aus dem Familien- und Freundeskreis.

Wegen Euch endete das vergangene Jahr für viele Menschen mit einer schöner Erinnerung, weil durch Euch Gutes passierte.

Eure Madame Datam und Hilli Knixibix

 

 

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