Und Zuwendung tut jedem gut. Streichelt die Seele, macht spürbar, rückt ins Zentrum der Welt. Zuwendung braucht jeder Mensch, kann jeder Mensch geben. Eine leichte Sache, eigentlich.

Auch in meiner Arbeit ist es wichtig, dem Schüler Zuwendung zu zeigen, ihm entgegenzubringen. Er wächst dadurch von innen und manchmal auch von außen, freut sich, kann Zuwendung weiter geben. So einfach wie es ist, ist es auch prägend für alles, was dann kommt. Ein Kontakt, der im persönlichen Augenblick besteht, eignet sich hervorragend, um Zuwendung mühelos aufzubringen und die kleine Welt ein Stückchen grade zu rücken für den, dessen Achse sich gerade unrund dreht.

Ein Kontakt, der zustande kommt im virtuellen Raum (im reellen Nebenzimmer in meinen Augen) vermag es natürlich auch, Zuwendung geben zu können. Das geschieht in meinem Fall durch Aufmerksamkeit, die meine Dinge liest, die Interesse schürt, die Fragen aufwirft und Anerkennung bringt. Manchmal per Kommentar, manchmal durch einfache Klicks, durch Weitergabe.

Im vergangenen Jahr habe ich von aufmerksamen, lieben Leuten eine Masse an Büchern gespendet bekommen. Für meine Klasse, die Intensivstation eines Krankenhauses. 41 Bücherpakete aus ganz Deutschland kamen liebevoll verpackt in meinem Zuhause an, zogen dann weiter in die Klinik und werden nun fleißig von den Patienten in Anspruch genommen, geliebt, gelesen. Zuwendung von Menschen, die ich persönlich fast alle nicht kenne, die aber das Gespür und den Willen zeigten, hier was Gutes zu tun, Spuren zu hinterlassen und Worte, Bilder, Texte, Geschichten, Romane, Abenteuer, Lektüren und alles Buchstabenmögliche weiter zu geben. Für mich die wohlwollende Herausforderung: weitermachen!

Und vor Weihnachten wurde ich gefragt, per Email und sehr freundlich, was ich denn noch brauchen könnte in meiner Klasse. Womit man uns etwas Gutes tun kann, damit das Arbeiten erleichtert und der Spaß am Lernen aufrecht und gefördert wird. Wer das wissen wollte? Stephan Noller. Bei Twitter Herr @holadiho und im Beruf Vorstand bei nugg.ad. Er las meine Berichte aus dem Schulalltag, erinnerte sich an seine Zeit, als er ähnlich arbeitete, in jungen Jahren und fasste den Entschluss, ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen, dass seit gestern in Form eines Notebooks in meiner Klasse steht, mit einem Internetstick. Also mit Zugang zum Rest der Welt. Und das ist sehr besonders in meiner Klasse, die ja besteht aus Patienten, die geschützt untergebracht sind und vorerst nicht die Station verlassen dürfen. Für meine Bedürfnisse und für meine Arbeit ein Meilenstein an Erleichterung, da ich von nun an JEDE Frage jedes Schüler jeden Alters und jeder Schulform beantworten kann. Zeigen kann, dass das Internet Schätze birgt und Menschen zusammen bringt. Das Vorsicht geboten ist und Gutes heraus kommen kann. So wie in meinem kleinen Glück. Der Überbringer aus dem Nebenraum in meinen reellen Raum war Dhyan Borghoff. Er was so schnell, so freundlich und so initiativ, dass  ich überrascht war, von der flotten Umsetzungsgeschwindigkeit des Ganzen. Kaum ein Monat vergangen und schon freue ich mich mit den Schülern über diese Zuwendung, Aufmerksamkeit, über das Riesengeschenk, dass nugg.ad uns gemacht hat.

Den Schritt zu wagen und sich für jemanden in irgendeiner Form einsetzen, ihn zu unterstützen, bedeutet, ihn zu tragen mit all denen, die Anteil nehmen, an dem was meinen Berufsalltag ausmacht. Ein Zeichen setzen, dass der Weg ein richtiger ist. Für die erkrankten Kinder und Jugendlichen gilt das Geschenk als Zuspruch, als Hinweis, sie existent zu wissen, aber nicht hoffnungslos zu sein. Für mich als unbedingtes Ja! zum Internet. Das kann nämlich vieles.

Und auch Zuwendung.

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