Draussen sonnt es, ich denke an Island. Denke an Reykjavik, die süße kleine Stadt, die so mächtig in Gedanken hängen bleibt. Erinnere die Cafés mit wertvollem Tee, Gebäck, das Freudenrufe hinreißt. Angenehme Langsamkeit, die die Menschen selbst bei zartem Regen über die schmalen Pflastersteige gehen lässt und sie dabei zuversichtlich dreinblickend macht.

Die kleinen zwei- oder dreistöckigen Häuser sind geschmückt mit Pailletten, bunt und einfarbig. Das hebt den Blick und die Stimmung selbst an dunklen und trüben Tagen. Island sorgt für sich selbst mit kleinen Tricks zur Erheiterung, zum Weitermachen, zum Glücklichsein.

Schwimmbäder! Nein, es sind Aufenthaltsorte, die von allen besucht werden. Nicht zum Schwimmen, vielleicht auch, aber in erster Linie, um sich gut zu tun in Hotpots und in Konversation mit Fremden oder Freunden. Hier gibt es strengen Regeln zur Hygieneerhaltung. Eine Bademeisterin ist den Duschräumen zugeteilt und waltet strengen Blickes das Ausziehen des Bikinis und das Seifenschubbern allerorts.  16°C mit Sonne und geothermalwarmen Beckenwasser lassen es scheinbar sein, als sei es Afrika. Oder Brasilien. Nein, da will ich gar nicht sein, wenn ich in Island bin.

Der Regen! Er regnet Dich nicht nass, er erinnert an die Möglichkeit, es anders zu machen. Im Spiel mit dem Wind wird er als Kumpel ertragbar und angenommen. Hier nutzt man keinen Regenschirm. Frisuren richten sich nach dem Wetter, so ist das einfach. Reykjavik ist zu Fuß machbar. Alles ist sehr nah und eng, lässt dabei genug Distanz zum Rückzug. Öffnet spät nachts seine Höhlen und Jubelhöllen mit Brennivin und whohoo! Musik.

Und, Jungs und Männer! So viel und so brav sehen sie aus. Sind sie aber nicht. Und das ist gut so. Wer sich vertan hat im Knotenbinden, der bekommt noch auf der Straße die Möglichkeit, wenigstens den guten Eindruck zu wahren. Der Rest ist Genuss.

Und Blumen! Was freut man sich über Blumen im Garten, zufällige am Straßenrand. So selten, dass ein leises Juhuu mit jeder Blüte durch den Kopf schießt und hängen bleibt.

Island ist so bunt im Kleinen.

So heimlich Troll.

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